Aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt in Deutschland, umgeben von Feldern, Wäldern und dem Naturpark Rheinland. Den Großteil meiner Sommerferien in meiner Kindheit verbrachte ich auf dem Bauernhof meiner Großeltern, der am Beginn des deutschen Mittelgebirges lag. Ohne Internet, ohne Handy und fast nichts im Fernsehen für Kinder, verbrachten wir auch im Winter die meiste Zeit draußen. Ich war fast das ganze Jahr über der Natur nahe.

Es überrascht nicht, dass die Natur die wichtigste Inspiration meiner Kunst ist, sowohl bei Landschaftsbildern als auch bei Blumenbildern (oder Pflanzen im Allgemeinen). Nachdem ich nun seit mehr als einem Jahrzehnt im Südwesten der Niederlande lebe, schleicht sich die andere Landschaft langsam in meine Kunst ein. Hier gibt es keine Berge oder Hügel, kaum Wälder, aber viel Wasser, von Stadtkanälen über das riesige Hafengebiet bis zur Nordsee selbst.

Während der Corona-Pandemie habe ich mit meiner Kreativität einen anderen Weg gefunden, meine Sicht der Dinge auszudrücken: minimalistische Illustrationen aus Linien und Formen. Ich finde Minimalismus ist eine sehr gute Metapher für 2020: Das Bedürfnis, sich in vielerlei Hinsicht einzuschränken, Distanz zu wahren und vielleicht zu erleben, wie schnell das Leben vorbei sein kann – hat zumindest bei mir zur Suche nach dem Schönen im Kleinen und Einfachen geführt, dazu zu wertschätzen was ich habe. „Keep it simple“ scheint mir eine sehr schöne Art, das Leben und alles, was dazu gehört, zu sehen. So ist meine Kunst. Oder zumindest ein Teil davon.

Durch die Arbeit an den minimalistischen Illustrationen ist eine weitere und für mich neue Kunstform entstanden: Mixed-Media-Kunst von einfachen Landschaften, bei denen immer die Sonne im Mittelpunkt steht. Ich liebe den Schimmer, den die Sonne auf eine Landschaft zaubern kann – hellrosa im Frühling, golden im Sommer, bronzefarben im Herbst und blau oder lila im Winter. Metallische Farben auf stark texturierten Leinwänden mit sichtbaren Sonnenstrahlen ist das Ergebnis dieser Eindrücke.

Ich sehe meine Landschafts- und Blumenbilder als repräsentativ mit unterschiedlichem Abstraktionsgrad. Ich male nicht fotorealistisch und möchte nicht mit der Fotografie konkurrieren. Meine Bilder zeigen meine Erinnerungen und Gefühle, und ich hoffe, sie wecken bei meinen Betrachtern ähnliche Erinnerungen und Gefühle.

Wie viele Künstler zeichne und male ich seit meiner frühen Kindheit. Ich hatte keine formale künstlerische Ausbildung, bin aber einer Reihe von Kursen und Workshops gefolgt und entwickle meine Fähigkeiten ständig weiter. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Studium der Grundprinzipien – Perspektive, Proportionen, Farben, Licht usw. – die beste Grundlage für jeden Künstler ist, um ihre/seine einzigartige Sicht der Welt durch Kunst auszudrücken.

Der Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Gemälde ist für mich sowohl ein beruhigender Spaziergang auf vertrauten Wegen als auch eine spannende (und manchmal beängstigende) Erkundung von Neuland. Danke, dass Sie mich auf dieser Reise begleiten!

Tanja Udelhofen photo